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ETFE - Neu gedacht
Text: Tobias Schneider

Sondereinsatzkommando im Auftrag der ETFE-Fassade: Jochen Arndt (FJP-Tec), Michael Kaufmann (RAICO), Michelle Herdlitschka (RAICO), Florian Weininger (FJP-Tec) und Peter Herbert (FJP-Tec).

Unbegrenzte Möglichkeiten mit Profilen „von der Stange“? Mit dem weltweit ersten seriell fertigbaren ETFE-Fassaden Baukastensystem ETFE_THERM+ löst RAICO planerische und gestalterische Aufgabenstellungen in einem. Und gewinnt dafür auf Anhieb den Architects' Darling Award 2018 in SILBER.

So verlockend die optischen Möglichkeiten moderner ETFE-Objekte auch sind – an die technischen Herausforderungen, den hohen planerischen Aufwand sowie die lange Entwicklungszeit wagen sich meist nur spezialisierte Planungsbüros heran. Eines davon ist das Ingenieurbüro Leicht aus München. Auf der Suche nach einem skalierbaren Stahlfassadensystem stießen die ETFE-Planer schnell auf RAICO. Der Startschuss für eine produktive Zusammenarbeit und die Gründung von FJP-tec als exklusiver Zulieferer für RAICO. 

Vom Problem zur Idee

„Wir wollten nicht ständig neu planen, sondern einmal entwickeln und immer wieder neu kombinieren.“ erklärt FJP-tec Gründer Peter Herbert, der unter anderem bei der Planung der ETFE-Fassade der Allianz Arena in München mitgewirkt hat. „Mit dem RAICO THERMFS-I System haben wir das perfekte Gerüst gefunden, um eine modulare, skalierbare ETFE-Fassadenlösung zu realisieren.“ Das sieht auch Michelle Herdlitschka, Technische Systemplanerin bei RAICO, so: „Unser Stahlfassadensystem bietet alles, um es mit ETFE-Modulen zu belegen. Vor allem ermöglicht es die Aufnahme hoher Horizontalkräfte bei schmalen Ansichtsbreiten. Damit bekommt der Anwender erstmals die Möglichkeit, ETFE-Elemente so einfach wie Glas oder Paneele zu verbauen.“ 

 

Keine Luftschlösser

Wie zielstrebig und befruchtend die Zusammenarbeit war, zeigte sich bereits nach kürzester Zeit. Alle beteiligten Partner konnten von ihrem gegenseitigen Know-how profitieren, voneinander lernen und miteinander wachsen. Schon bald wurden erste Prototypen via 3D-Druck produziert, bis ins kleinste Detail auf Praxistauglichkeit überprüft und immer wieder verbessert. Das Ergebnis: eine harmonische Kombination aus RAICO Stahlfassade, ETFE-Modulen und jede Menge Gestaltungsfreiheit.

Prototypen via 3D-Druck
Prototypen via 3D-Druck

Ausgereifte Technik

Waren ETFE-Fassaden bislang ausschließlich als aufwändige Sonderlösung umsetzbar, revolutioniert das RAICO ETFE_THERM+ System diesen Bereich nun mit ungeahnter Modularität, die auch noch viele technische Vorzüge aufweist. „Die thermische Trennung des Rahmenprofils führt zu einer deutlichen Verbesserung der bauphysikalischen Performance. Die Luftversorgung ist unsichtbar im Pfosten-Riegel-System integriert. Selbst die Kombination von ETFE_THERM+ Elementen und Standardverglasung ist ohne weiteres möglich“ schwärmt FJP-tec Gründungspartner Jochen Arndt.

„Die Folien sind bedruckt, einfarbig oder transparent ausführbar. Außerdem können die einzelnen Elemente auch bunt beleuchtet werden.“ (Michelle Herdlitschka, RAICO)
„Die Folien sind bedruckt, einfarbig oder transparent ausführbar. Außerdem können die einzelnen Elemente auch bunt beleuchtet werden.“ (Michelle Herdlitschka, RAICO)

Gelungene Premiere

Noch vor Markteinführung überzeugte die Konzept­studie beim Architects' Darling Award 2018 und sicherte sich SILBER in der Kategorie „Beste Produkt­inno­vation – Technik“. Die Jury fand offenbar großen Gefallen an der gestalterischen Vielseitigkeit. Ob einfarbige oder mehrfarbige, bedruckte oder unbedruckte ETFE-Module, LED-hinterleuchtete Folien, transluzente Dämm­platten im Inneren oder die Kombinationsmöglichkeit mit anderen Materialien: Mit dem RAICO ETFE_THERM+ System bekommen die Ideen von Architekten künftig viel Luft nach oben.  

Architects Darling 2018 Innovation 

 

"Unser Stahlfassadensystem bietet alles, um es mit ETFE-Modulen zu belegen." (Michelle Herdlitschka, RAICO)